Sanierung Fischaufstieg Kraftwerk Sarneraa am Wichelsee

Projektdaten auf einen Blick


Technische Eckdaten und Rahmenbedingungen des Bauvorhabens

StatusIm Bau (voraussichtliche Fertigstellung Juni 2026)
Bauzeit (exkl. Betonbau)aktuell 27 Tage
StandortWichelsee, Alpnach (CH)
GewässerregionÜbergang Äsche / Barbe
BautypKombination Typ 1720 J 1,50 (Beckenlänge 2,60 m) / Typ 2420 C 1,50
Beckenanzahl40 / 5 Stück
Fallhöhe9 m
BesonderheitGrößter Mäander-Fischpass der Schweiz • Kombination aus J- und C-Typ • Bau im Bestand
ZielVerbesserung der Fischgängigkeit & Nachrüstung nach EU-WRRL / CH-GSchG

Ausgangslage und Projektziel

Von der konventionellen Anlage zum innovativen Mäander®-Fischpass
Die Sanierung der Fischaufstiegsanlage am Kraftwerk Sarneraa am Wichelsee ist Teil eines übergeordneten Programms zur Wiederherstellung der Fischgängigkeit im Einzugsgebiet der Sarneraa. Die empfohlene Sanierung der Fischaufstiegsanlage (FAH) des Kraftwerks Sarneraa – ein konventioneller Schlitzpass – basiert auf mehreren Defiziten, insb. den geringen Aufstiegszahlen und einer gewissen Arten- und Größenselektivität, welche über die Wirkungskontrollen nachgewiesen werden konnten.

Mit der neuen Lösung entsteht nun der größte Mäander®-Fischpass der Schweiz, welcher eine Höhendifferenz von 9 Metern mit 45 Becken überwindet. Die neue Bauweise nutzt vorhandene Betonstrukturen und reduziert so den ökologischen und wirtschaftlichen Aufwand erheblich. Die Sanierung verbessert die Funktionalität der FAH erheblich und gewährleistet die Durchgängigkeit für alle Fischarten und Größenklassen. Die Projektierung erfolgte mit der IG SAWI (insb. Kissling+Zbinden AG und IUB Engineering AG).

Technische Konzeption

Technik, die mit Flexibilität Ablöse verschafft
Nach dem Baukastenprinzip wird am Wichelsee eine Lösung aus dem Portfolio von Peters Ökofisch gewählt, welche die Randbedingungen aus bestehenden Strukturen (inkl. des vorhandenen Gefälles) adressiert. Es entsteht eine kombinierte Bauform des Mäander®-Fischpasses vom Typ J und C.

Der J-Typ erstreckt sich über eine Gesamtlänge von rund 100 Metern, über welche konstant ein Gefälle von 7-8 % abgebaut wird. Das Gefälle erhöht sich dann nochmals im Austrittsbereich des Fischpasses, welcher durch C-Elemente realisiert wird. Es entsteht eine Komplexität in der Feinabstimmung der Konzeption und Dimensionierung, welcher wir mit jahrzehntelanger Erfahrung begegnen. Somit können auch die Richtungswechsel im Bauwerk angemessen berücksichtigt werden, damit eine konstante Strömungsführung entsteht. Die Erneuerung des Einstiegsbereichs wird zu einer deutlichen Verbesserung der Auffindbarkeit führen.


Einblicke in Planung und Bau

Bilder, Visualisierungen und Impressionen vom Projektstandort.


Mehr Durchgängigkeit – Höhere Biodiversität

Die Sarneraa ist ein bedeutendes Fischgewässer mit verschiedenen Zielfischarten, die die Anforderungen an die FAH bestimmen:

  • Rund 20 Fischarten, darunter Seeforelle, Nase, Barbe, Äsche und Groppe
  • Die FAH ist so dimensioniert, dass sie für alle Arten und Größenklassen passierbar ist
  • Die Auswahl der Zielfischarten erfolgt in Abstimmung mit der Leitbehörde und einem beratenden Biologen

Nachhaltige Integration in Bestand

Nutzung von Vorhandenem – Schaffung von Neuem
Dank der kompakten, modularen and anpassungsfähigen Bauweise des Mäander®-Fischpasses kann die Fischtreppe präzise in das bestehende Gerinne integriert werden. Es findet sich hierbei eine klare Übereinkunft aus Ökologie und Wirtschaftlichkeit durch:

  • Wiederverwendung gebräuchlicher Strukturen
  • Nutzung des vorhandenen Bauraums
  • Schonende Material- und Ressourcenverbräuche
  • Effizientes Gleichgewicht bei der Wassernutzung

Diese Aspekte sowie die energetisch effiziente Wasserführung minimieren den ökologischen Fußabdruck der Sanierung. Damit erfüllt diese die EU-Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) sowie der Schweizer Gewässerschutzgesetzgebung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Sanierung alpiner Gewässer.

Ein Referenzprojekt für den ökologischen Wasserbau

Vorbildcharakter für zukünftige Fischaufstiegsanlagen in der Schweiz.
Mit der Sanierung am Wichelsee entsteht ein Referenzprojekt für den modernen, ökologischen Wasserbau in der Schweiz.
Der Fischpass wird 2026 in Betrieb genommen und als Pilotanlage für zukünftige Sanierungen an alpinen Gewässern dienen.

Das Projekt steht exemplarisch für die Zukunft des technischen Fischaufstiegs: modular, anpassungsfähig, ressourcenschonend – und damit wegweisend für viele weitere Sanierungen in der Schweiz und im europäischen Raum.

Technologie verstehen

Der Mäander®-Fischpass basiert auf einer ethohydraulischen Bauweise, die natürliche Strömungsprinzipien gezielt technisch nutzbar macht. Erfahren Sie, wie die Technologie funktioniert, welche hydraulischen Besonderheiten sie auszeichnen und warum sie sich als Alternative zu konventionellen Fischpässen bewährt hat.

Weitere Projekte entdecken

Jedes Gewässer stellt eigene Anforderungen an Fischgängigkeit, Hochwasserschutz und bauliche Integration. Entdecken Sie weitere realisierte Projekte von Peters Ökofisch und erfahren Sie, wie sich der Mäander®-Fischpass an unterschiedliche Rahmenbedingungen anpassen lässt.

REFERENZEN & PUBLIKATIONEN ANSEHEN

Die Wirksamkeit unserer Anlagen ist durch Fachpublikationen, wissenschaftliche Untersuchungen und unabhängige Erfolgskontrollen dokumentiert. Hier finden Sie Studien, Medienberichte und Downloadmaterial rund um den Mäander®-Fischpass und den ökologischen Wasserbau.

Fische retten, Vielfalt bewahren

Ob Sanierung, Neugestaltung oder Optimierung – wir entwickeln Fischtreppen und ganzheitliche Lösungen im Wasserbau, die ökologische und technische Anforderungen vereinen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie mehr über unsere Lösungen erfahren oder ein Projekt mit uns umsetzen möchten.