Revitalisierung und Sanierung Fischgängigkeit am kraftwerk Sursee

Projektdaten auf einen Blick


Technische Eckdaten und Rahmenbedingungen der Maßnahme

StatusFertigstellung: November 2024
Bauzeit (exkl. Betonbau)12 Tage
StandortSuhre, Sursee (CH)
GewässerregionBarbe
BautypKombination Typ 2018 C 1,20 / Typ 1218 J 1,20 (Beckenlänge 2,10 m)
Beckenanzahl12 / 5 Stück
Fallhöhe3 m
BesonderheitIntegration in das städtische Umfeld (Schule) • Ausnutzung der knappen Platzverhältnisse mittels kombinierter und kompakter Bauweise • Großes Artenspektrum
ZielVerbesserung der Fischgängigkeit und nachhaltige Nutzung der Wasserkraft

Ausgangslage und Projektziel

Von der veralteten Aufstiegshilfe zur modernen Mäander-Konstruktion
Die Sanierung der Fischgängigkeit am Wasserkraftwerk Sursee wurde im Rahmen einer größeren Revitalisierungsmaßnahme an der Suhre unterhalb des Sempachersees umgesetzt.

Die bestehende Fischaufstiegshilfe, eine Kombination aus konventionellem Schlitzpass und Umgehungsgerinne, entsprach nicht mehr den heutigen fischökologischen Anforderungen. Besonders größere Arten, wie Barbe oder Hecht, konnten die Anlage nur sehr eingeschränkt nutzen.

Mit dem neuen Mäander®-Fischpass setzt Peters Ökofisch auf eine kombinierte Bauweise aus C- und J-Typ, welche sich harmonisch in die städtischen Begebenheiten und Randbedingungen, insb. die neu gestaltete Außenanlage der angrenzenden Sekundarschule, einfügt. Das Projekt wurde in enger Abstimmung mit der IUB Engineering AG und den lokalen Behörden sowie Ämtern geplant. Die Ausführung erfolgte über lokale Bauunternehmen und uns.

Technische Konzeption

Die Stärken eines Baukastenprinzips in der Anwendung
Die kombinierte Bauweise erzielt auf unterschiedlichen Gefälleverhältnisse und Platzbedarfen maximale Wirkung. Während die Form der Becken wechselt, so bleibt das Volumen und damit die geplante Fließtiefe in den Becken nahezu identisch.

Auch obwohl die Beckenstrukturen wechseln und sich damit auch der Strömungspfad verändert, so bleiben die charakteristischen hydraulischen Merkmale bestehen. Es stellt sich ein Strömungsregime ein, welches der hohen Artenvielfalt der Suhre beste Migrationsbedingungen eröffnet. Die Auffindbarkeit wird im Unterwasser durch eine gerichtete Lockströmung aus der Anlage realisiert. Durch verstellbare Schlitzpforten kann die Wasserabgabe präzise geregelt werden, um sowohl den ökologischen, als auch den betrieblichen Anforderungen des Kraftwerksbetreibers gerecht zu werden.

Die Bauweise erfüllt weitreichend die Kriterien des Regelwerks DWA-M 509 – eine Balance aus Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit nach geltenden Empfehlungen.


Einblicke in Planung und Bau

Bilder, Visualisierungen und Impressionen vom Projektstandort


Revitalisierung mit Weitsicht

Wie die strukturelle Aufwertung die Artenvielfalt nachhaltig verbessert
Als Teil einer größeren Maßnahmen, sorgt unsere Anlage für die ökologische Durchgängigkeit der Suhre am Kraftwerk Sursee und ermöglicht die Wanderung zahlreicher Fischarten zwischen dem Unter- und Oberlauf. Der Fischpass ist auf die Leitfischart ausgerichtet, berücksichtigt aber die große Artenvielfalt in der Suhre. Durch eine erfolgreiche Umsetzung gelingt ein hohes arten- und größenunspezifisches Migrationsverhalten ohne Selektivität.

Am Kraftwerk Sursee erfolgt 2026 eine umfangreiche Erfolgskontrolle (DE) bzw. biologische Wirkungskontrolle (CH). Über das Videomonitoring konnte nach Inbetriebnahme der Anlage bereits eine Vielzahl aufsteigender Arten und Altersstadien dokumentiert werden. Die Wirkungskontrollen vergleichbarer Anlagen (z. B. Drakenburg/Weser, BfG 2003 ) belegen die hohe Durchwanderungsrate des Mäander-Fischpasssystems.

Vereinbarkeit von Kleinwasserkraft und Ökologie

Ein Pilotprojekt für das interdisziplinäre Wirken
Jedes Projekt ist individuell und muss die Anforderungen unterschiedlichster Interessensgruppen berücksichtigen. Allem voran muss eine Anlage aber für die Flussbewohner funktionieren und sich demnach in den strukturellen Gewässerkontext einbetten. Neben der hydraulischen Optimierung stand auch die landschaftliche Integration im Fokus.

Der umweltbewusste Ansatz des Betreibers „So wenig wie möglich – so viel wie nötig“ spiegelt sich im gesamten Projekt wider und führte zum goldenen Mittelweg einer erfolgreichen Umsetzung.
Mit der Fertigstellung im November 2024 wird der Mäander-Fischpass Sursee als Referenzanlage dienen, wie kompakter ökologischer Wasserbau auch unter räumlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen erfolgreich umgesetzt werden kann und somit die Kleinwasserkraft erhält.

Technologie verstehen

Der Mäander®-Fischpass basiert auf einer ethohydraulischen Bauweise, die natürliche Strömungsprinzipien gezielt technisch nutzbar macht. Erfahren Sie, wie die Technologie funktioniert, welche hydraulischen Besonderheiten sie auszeichnen und warum sie sich als Alternative zu konventionellen Fischpässen bewährt hat.

Weitere Projekte entdecken

Jedes Gewässer stellt eigene Anforderungen an Fischgängigkeit, Hochwasserschutz und bauliche Integration. Entdecken Sie weitere realisierte Projekte von Peters Ökofisch und erfahren Sie, wie sich der Mäander®-Fischpass an unterschiedliche Rahmenbedingungen anpassen lässt.

REFERENZEN & PUBLIKATIONEN ANSEHEN

Die Wirksamkeit unserer Anlagen ist durch Fachpublikationen, wissenschaftliche Untersuchungen und unabhängige Erfolgskontrollen dokumentiert. Hier finden Sie Studien, Medienberichte und Downloadmaterial rund um den Mäander®-Fischpass und den ökologischen Wasserbau.

Fische retten, Vielfalt bewahren

Ob Sanierung, Neugestaltung oder Optimierung – wir entwickeln Fischtreppen und ganzheitliche Lösungen im Wasserbau, die ökologische und technische Anforderungen vereinen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie mehr über unsere Lösungen erfahren oder ein Projekt mit uns umsetzen möchten.